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Verabschiedung des Oberstufenkoordinators

Am 11. Februar 2011 wurde Werner Schütte, der langjährige Oberstufenkoordinator des Ratsgymnasiums, in einer ebenso unterhaltsamen wie bewegenden Feierstunde in den Ruhestand verabschiedet. In dem unten abgedruckten Text blickt er auf sein Berufleben zurück, eine längere Fassung ist im soeben erschienen Jahresbericht nachzulesen.

Das Ratsgymnasium dankt Werner Schütte für sein Engagement und wünscht ihm alles Gute für seinen neuen Lebensabschnitt.

Ende einer Dienstzeit

 

Montag, der 31. Januar 2011, der letzte Tag im aktiven Berufsleben des Kollegen Werner Schütte, der erste war der 1. September 1974 im Studienseminar der Freien Hansestadt Bremen, Abteilung Bremerhaven. Mehr als 36 Jahre also im Schuldienst. Jetzt beginnt das, was offiziell "Freistellungsphase der Altersteilzeit" heißt.

 

So viele Jahre und nur zwei Schulen. Nach fünf Jahren an der Wesermündung 1979 die gewünschte Versetzung in die Heimatstadt Minden, an das Ratsgymnasium, das mir aus der Kindheit noch als "Staatlich Altsprachliches Gymnasium" oder Gymnasium Mindense in Erinnerung, aber nicht meine Schule war. Der seinerzeitige Schulleiter Günther Willer spannte uns Neue gleich ordentlich ein. Es stand das 450-jährige Jubiläum der Schule 1980 an, und die Fachschaft Geschichte war "natürlich" dazu auserkoren, das zu diesem Anlass geplante dickleibige Buch "Land und Leuten dienen" redaktionell zu begleiten.

 

Nachdem ich mit dem Kollegen Horst Franke 1990 eine Jahrgangsstufe zum Abitur geführt hatte, war mein Interesse an der Oberstufenverwaltung geweckt. Da mein Vorgänger im Amt des "Koordinators für die differenzierte Oberstufe", Jörn Altmann, zum Stellvertretenden Schulleiter unserer Schule berufen wurde, musste ein Nachfolger gefunden werden, und die Wahl des Schulleiters, damals wie heute Karl-Friedrich Schmidt, fiel auf mich.

 

1994 dann das erste selbst verantwortete Abitur, nachdem die Schülerinnen und Schüler die Oberstufe durchlaufen hatten, 2010 das letzte. Dass bei den mindestens 1.500 Schülerinnen und Schülern in all den Jahren keine ernsthaften Laufbahnfehler auftraten, die die Einschaltung der Detmolder Bezirksregierung erfordert hätten, liegt in erster Linie an den jeweiligen Jahrgangsstufenleitungen, für deren geleistete Arbeit in all den Jahren ich mich ganz herzlich bedanken möchte.

 

Veränderungen in den vergangenen Jahren? Zuallererst fällt mir ein, dass die Wahlmöglichkeiten immer weiter eingeschränkt wurden, individuelle Schullaufbahnen also nicht mehr in dem Umfang wie früher möglich sind. Dann muss sehr darauf geachtet werden, dass im Interesse der Schüler wie der Lehrer die Größe der Kurse nicht weiter zunimmt, sondern im Gegenteil reduziert wird. Bemerkenswert ist auch die Umverteilung der Abiturienten im Hinblick auf die Geschlechter. Überwiegen in den letzten Jahren die Mädchen deutlich, war es in den neunziger Jahren noch umgekehrt: Sie waren die Minderheit. Hier müssten m.E. dringend Förderprogramme für Jungen greifen, und nicht erst in der Oberstufe. Positiv auch ohne Veränderung ist die Kooperation mit dem Herdergymnasium bei der Einrichtung vor allem von Leistungskursen festzuhalten.

 

Veränderungen bei mir selbst? Natürlich hat es sie gegeben. Stand zunächst die genaue Kenntnis und die Einhaltung der Bestimmungen der "Ausbildungs- und Prüfungsordnung für die gymnasiale Oberstufe" (APO-GOSt) neben dem Fachunterricht im Vordergrund, so habe ich in den letzten Jahren eine mehr persönliche Sichtweise auf die jungen Leute gewonnen.

 

Ich wünsche der gesamten Schulgemeinde des Ratsgymnasiums Minden viel Kraft und Erfolg bei der Weiterentwicklung dieser unserer Schule. Ich war mehr als 30 Jahre lang gerne hier als Lehrer, Bibliothekar, Jahresbericht- und Festschrift-Redakteur und natürlich Oberstufenkoordinator. Nun freue ich mich aber auf den neuen Lebensabschnitt, auch wenn er unwiderruflich der letzte ist.

 

Ihr/Euer Werner Schütte