evangelische Religion
Curriculum
Präambel: Kompetenzorientierung im Fach Ev. Religionslehre
Die Bildungsstandards fordern über das jeweils obligatorische Kerncurriculum der Fächer Kompetenzen, unter denen man ein Konglomerat von Kenntnissen, Fertigkeiten, Fähigkeiten und Einstellungen der Schülerinnen und Schüler zu verstehen hat. Man unterscheidet gemeinhin hermeneutische, personaler, soziale und methodische Kompetenzen. Diese sind allen Unterrichtsreihen und zentralen Prüfungen bis zum Ende der Schullaufbahn zugrunde zu legen.
Vor allem durch die PISA-Studie wurde deutlich, dass es auch für den Religionsunterricht entscheidend ist, was Schülerinnen und Schüler am Ende einer Lernstrecke wissen können und wozu sie bereit sind (= Kenntnisse, Fertigkeiten, Fähigkeiten und Einstellungen). Können sie z. B. am Ende der sechsten Klasse drei Gleichnisse nacherzählen? Können sie den Festen des Kirchenjahres Jesusgeschichten zuordnen? Das ist nicht einfach Christentums- oder Kirchenwissen, das ist gleichzeitig Kulturwissen.
Allerdings kann für den Religionsunterricht nicht einfach nur das zählen, was am Ende „herauskommt“ (Output). Deshalb bleiben für den Religionsunterricht nach wie vor die Lernwege und der Diskurs über die Inhalte wichtig.
Als Beitrag des Religionsunterrichts zur Grundbildung der Schülerinnen und Schüler ist vor allem die Lesefähigkeit zu nennen, aber auch die Fähigkeit zu selbstgesteuertem Lernen sowie zur Kooperation. Gerade auch im Religionsunterricht geht es um sinnentnehmendes Lesen und damit um hermeneutische Kompetenz.
Auch zum Erwerb personaler und sozialer Kompetenzen kann der Religionsunterricht wichtige Beiträge leisten. Hier sei besonders auf die Unterrichtsreihe über den Dialog mit anderen Religionen (vgl. z. B. die Unterrichtsreihe über den Islam und die identitätsstiftende Unterrichtsreihe „Ich bin ich“) hingewiesen. Aber auch in der gemeinsamen Erarbeitung einzelner Unterrichtsthemen sowie in der Beratung bzw. Förderung lernschwacher Mitschüler werden personale und soziale Kompetenzen herausgebildet, geschärft und gesichert.
Auch emotionale Aspekte wie Empathie und Werthaltungen sind für den Religionsunterricht unabdingbar (vgl. z. B. bei der Unterrichtsreihe über Schöpfung und die Ebenbildlichkeit des Menschen). Zuletzt sei auf den Erwerb der methodischen Kompetenz hingewiesen; diese wird an zahlreichen Stellen des Religionsunterrichts – beginnend von der angemessenen Anlage bzw. Führung eines Religionshefters bis hin zur angemessenen Erstellung und Präsentation von Referaten oder Projektarbeiten – gefördert (vgl. auch das Konzept des Ratsgymnasiums zur Vermittlung und Sicherung der Methodenkompetenz der Schülerinnen und Schüler ab Jahrgangsstufe 5).
Eine tabellarische Übersicht über das Curriculum für die Sek.I sowie die Sequenzplanung für die Oberstufe finden Sie hier.
