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Live-Experiment zur Berechnung des Erdumfanges

24.04.09: Radio WDR 5, *Leonardo* Telefon-Live-Übertragung mit unserer Sternwarte!

Anlässlich des "internationalen Sonnenpunktmessungstages" wählte der Radiosender WDR 5
unsere Sternwarte und die Sternwarte in Aachen als Unterstützer eines Experimentes aus.

Sie wollten am 24.04.09 die Erde vermessen, wie es die alten Griechen damals schon konnten.
Hierzu wurde im Laufe des Tages bei verschieden Messungen (im Zeitraum von 14:00 bis 16:10)
der Schattenstand eines Gegenstandes (Stabes) gemessen.

Dadurch kann man die Position der Sonne ermitteln.

An der Richtung des Schattens ließ sich der Stand der Sonne ablesen.
Die Länge des Schattens zeigte uns, wie hoch die Sonne am jeweiligen Messzeitpunkt stand.

Diese Messungen wurden zeitgleich in Aachen und Minden durchgeführt.
Einige Schüler des Differenzierungskurses der Jahrgangsstufe 10 von Herrn Böker
unterstützen uns bei der Aufnahme der Werte.

Neben dem Redakteur der Sendung Leonardo, Joachim Hecker, war der Physiker und Physikdidaktiker
Prof. Dr. Udo Backhaus von der Universität Duisburg-Essen live im Studio und nahm die Ergebnisse entgegen.

Er berechnete dann mit einem Computerprogramm den Erdradius.

 

Die Ergebnisse im Einzelnen:

Aachen

Geografische Koordinaten/ Lage:

50° 45' 35,73'' nördl.Breite
4' 15,14'' östl.Länge

 

Messwerte (16:00):

50,3° Azimut
42,2° Höhenwinkel

 

Minden

Geografische Koordinaten/ Lage:

52° 17' 14'' nördl.Breite
54' 36'' östl.Länge

 

Messwerte (16:00):

53,84° Azimut
39,63° Höhenwinkel

 

 

Hieraus berechnete der Professor, dass der Erdradius (nach unseren Messungen) ca.5624 km beträgt.
Dieses Ergebnis sei jedoch etwa 10% kleiner, als der Literaturwert.

Man braucht bei der Berechnung zwei Punkte, die möglichst weit auseinander liegen.
Die Entfernung von Aachen nach Minden liegt bei ungefähr 259km.
Er deutete jedoch an, dass die Entfernung um präzisere Messwerte zu erhalten,
bei etwa 1000 km oder mehr liegen müsse. Hier würden kleine Messfehler weniger ins Gewicht fallen.
Die Entfernung in unserem Live-Experiment sei deshalb leider zu klein gewesen.

Trotzdem sei es ein tolles Ergebnis.