Geschichte
Curriculum Sekundarstufe I
Kompetenzerwartungen und zentrale Inhalte in den Jahrgangsstufen 5/6
Am Ende der Doppeljahrgangsstufe 5/6 sollen die Schülerinnen und Schüler über die nachfolgenden Kompetenzen verfügen:
Sachkompetenz
Die Schülerinnen und Schüler
· charakterisieren den historischen Raum als menschlichen Handlungsraum in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft,
· kennen die Zeit als Dimension, die gemessen, chronologisch eingeteilt oder periodisiert werden kann, und benutzen zutreffende Zeit- und Ortsangaben, Entwicklung von Zeitleisten für die Vor- und Frühmenschen, Griechenland und das Römische Reich sowie für Abschnitte des Mittelalters,
· kennzeichnen die Formen der Überlieferung durch Überreste, mündliche und schriftliche Tradierung sowie moderne technische Medien, vor allem an archäologischen Befunden der Steinzeit, Großbauten der ägyptischen und griechischen Antike, Gegenüberstellung von Legenden, Sagen, Mythen und historischen Darstellungen im Vergleich mit moderner historischer Forschung
· kennen Zeiten und Räume frühgeschichtlicher, antiker sowie mittelalterlicher Überlieferung und charakterisieren mittels eines ersten Orientierungswissens diese Epochen (Schlüsselereignisse, Eckdaten, typische Merkmale; Vorstellungen über das Eigene und das Fremde), in Anlehnung an die jeweiligen Beispiele des Lehrbuches
· beschreiben wichtige Gruppen in den jeweiligen Gesellschaften, ihre Funktionen, Rollen und Handlungsmöglichkeiten,
· erzählen bzw. informieren exemplarisch über Lebensbedingungen und kulturelle Kontakte in frühen Hochkulturen, antiken Großreichen sowie im Mittelalter mit dem Schwerpunkt in der Entwicklung der landwirtschaftlichen Nutzung von den Jäger- und Sammlerkulturen zur mittelalterlichen Dreifelderwirtschaft,
· beschreiben epochale kulturelle Errungenschaften und wesentliche Herrschaftsformen der jeweiligen Zeit, vor allem zur Entwicklung der Hochkulturen im europäischen Entwicklungszusammenhang,
· identifizieren Spuren der Vergangenheit in der Gegenwart und erläutern in einfacher Form die historische Bedingtheit heutiger Phänomene, wie zum Beispiel der Faszination, die von antiken und mittelalterlichen Bauwerken ausgeht,
· beschreiben wesentliche Veränderungen und nehmen einfache Vergleiche zwischen „früher“ und „heute“ sachgerecht vor,
· verfügen über ein erstes Grundverständnis zentraler Dimensionen und Fachbegriffe und wenden diese sachgerecht an. Die genaue inhaltliche Ausfüllung des Begriffs- und Dimensionskatalogs soll mit der Einführung eines den Kernlehrplänen angepassten Schulbuches erfolgen
Methodenkompetenz
Für das Schuljahr 2007/08 erfolgt die methodische Schulung für die Klasse 6 noch in Anlehnung an die Schulbücher „Zeiten und Menschen“, Band 1 und 2 mit inhaltlicher und methodischer Reduktion auf die verkürzte Schulzeit. Für die nächsten Schuljahre muss eine der Kompetenzorientierung angepasste Schulbuchserie angeschafft werden.
Die Schülerinnen und Schüler
· nutzen das Geschichtsbuch als schriftliches Medium der historischen Information und deutenden Darstellung,
· beschreiben am Beispiel der Archäologie, wie Wissenschaftler forschen und aus Funden Ergebnisse ableiten,
· entnehmen gezielt Informationen aus Texten niedriger Strukturiertheit und benennen in elementarer Form die Hauptgedanken eines Textes,
· unterscheiden zwischen Textquelle (Text aus einer Zeit) und Sekundärliteratur bzw. Sachtext (Text über eine Zeit),
· kennen grundlegende Schritte der Bearbeitung schriftlicher Quellen und wenden diese an,
· erschließen Lehrbuchtexte, indem sie Gliederung und Kernaussagen mit eigenen Worten wiedergeben,
· beschreiben in Bildquellen Einzelheiten, stellen deren Zusammenhänge dar und erklären ansatzweise, welche Wirkung die Darstellung hat,
· beschreiben Sachquellen im Hinblick auf ihre Beschaffenheit und deuten ihre Möglichkeiten und Grenzen im Vergleich zu heutigen Objekten,
· untersuchen Geschichtskarten, indem sie Thema, dargestellten Raum, Zeit und Legende erschließen und die enthaltenen Informationen benennen,
· untersuchen Schaubilder, indem sie Thema, Strukturelemente und Legende erschließen und die enthaltenen Informationen benennen,
· unterscheiden zwischen historisierenden Spielfilmen und Dokumentarfilmen und entnehmen einem Film historische Informationen,
· vergleichen Informationen aus Sach-und Quellentexten und stellen Verbindungen zwischen ihnen her,
· lesen und erstellen einfache Zeitleisten und Schaubilder zur Darstellung von Zusammenhängen,
· strukturieren und visualisieren einen historischen Gegenstand bzw. ein Problem mithilfe graphischer Verfahren,
· beschreiben historische Sachverhalte sprachlich angemessen.
Eine detaillierte Zuweisung der einzelnen Methoden zu den in den Büchern vorhandenen und von den Lehrkräften zusätzlich beschafften Materialien erfolgt hier nicht.
Urteilskompetenz
Die Schülerinnen und Schüler
· unterscheiden in einfacher Form zwischen Belegbarem und Vermutetem,
· vollziehen Motive, Bedürfnisse und Interessen von betroffenen Personen und Gruppen nach (Fremdverstehen),
· betrachten historische Situationen und Ereignisse aus verschiedenen Perspektiven,
· verdeutlichen im Kontext eines Falles oder Beispiels mit Entscheidungscharakter Möglichkeiten, Grenzen und Folgen zeitgenössischen Handelns, wobei sich hier vor allem das Beispiel des Canossa-Gangs wegen seines Facettenreichtums anbietet,
· erklären in einfacher Form Zusammenhänge zwischen politischen und sozialen Ordnungen.
Handlungskompetenz
Die Schülerinnen und Schüler
· gestalten auf der Grundlage ihres geschichtlichen Wissens Rollen in Spielsituationen sachgerecht nach und sind in der Lage, sich in andere hineinzuversetzen,
· präsentieren die im Rahmen kleinerer Projekte gewonnenen Ergebnisse ihrer Arbeit in geeigneter Form,
· reflektieren ansatzweise eigene und gemeinsame historische Lernprozesse.
Inhalte
Die o.g. Kompetenzen sollen im Rahmen der Behandlung der nachfolgenden obligatorischen Inhalte entwickelt werden:
1. Inhaltsfeld: Frühe Kulturen und erste Hochkulturen
Schwerpunkte:
- Älteste Spuren menschlichen Lebens im weltweiten Überblick
- Altsteinzeitliche Lebensformen und neolithische Revolution
- Frühe Hochkulturen an einem ausgewählten Beispiel – zur Vereinheitlichung sollte das Beispiel Ägypten gewählt werden.
2. Inhaltsfeld: Antike Lebenswelten: Griechische Poleis und Imperium Romanum
Schwerpunkte:
- Lebenswelt griechische Polis
- Rom - vom Stadtstaat zum Weltreich
- Herrschaft, Gesellschaft und Alltag im Imperium Romanum
3. Inhaltsfeld: Was Menschen im Altertum voneinander wussten
Schwerpunkte:
- Weltvorstellungen und geographische Kenntnisse in Afrika, Europa, Asien
- Interkulturelle Kontakte und Einflüsse (z.B. Herodot oder Feldzug und Reich Alexanders)
4. Inhaltsfeld: Europa im Mittelalter
Schwerpunkte:
- Die Grundlagen: Romanisierung, Christentum, Germanen
- Lebenswelten in der Ständegesellschaft. Aus der Nähe der Schule zur Altstadt von Minden ergibt sich hier ein Schwerpunkt hinsichtlich der Einbeziehung der städtischen Gesellschaft, die museal wie auch mit Stadterkundungen vor dem Hintergrund der mittelalterlichen Strukturen für die Schüler erfahrbar ist.
- Formen politischer Teilhabe in Frankreich, England und im römisch-deutschen Reich.
Jahrgangsstufen 7-10
Die Jahrgangsstufen 9 und 10 werden gemäß den Richtlinien von 1993 unterrichtet. Für die derzeitige Jahrgangsstufe 8 gilt entsprechendes für die Schuljahre 2008/09 und 2009/ 2010. Für die derzeitige Jahrgangsstufe 6 beginnt der Geschichtsunterricht nach den neuen Kernlehrplänen laut des schulinternen Stundenverteilungsrasters in der Jahrgangsstufe 8, also erst ab dem Schuljahr 2009/2010. Da - wie vorher bei der Zuordnung der Kompetenzen in der Jahrgangsstufe 6 schon erwähnt - noch keine aktuellen Schulbücher vorliegen, wird die Fachkonferenz Geschichte erst im Verlauf des nächsten Schuljahres über eine konkrete Zuordnung der Kompetenzbereiche in Anlehnung an das dann ausgewählte Schulbuch entscheiden.
Für die derzeitige Jahrgangsstufe 7 werden die im Schuljahr 2008/09 unterrichtenden Lehrkräfte ein Übergangscurriculum erstellen, da in diesem Schuljahr kein Geschichtsunterricht erteilt wurde und im Schuljahr 2006/07 für die damalige Jahrgangsstufe 6 noch die alte Fassung der Richtlinien von 1993 galt, der Unterrichtsstoff der Jahrgangsstufe 7 daher fehlt.
Curriculum Sekundarstufe II
Für die gesamte Sekundarstufe II gelten die Inhalte und Ausführungen der Richtlinien und Lehrpläne für die Sekundarstufe II in der Fassung von 1999. Durch die mittlerweile erfolgte Umstellung auf das Zentralabitur wurden die von der Fachkonferenz Geschichte entwickelten bzw. zugeordneten Kurssequenzen umgestellt.
Daraus ergibt sich folgendes Programm für die Sekundarstufe II:
Für die Jahrgangsstufe 11 I gilt die Kurssequenz „Menschen und Bürgerrechte – eine universelle Norm für Männer und Frauen.“ Damit werden die Zeitfelder Alte Geschichte, Mittelalter und frühe Neuzeit behandelt.
Für die Jahrgangsstufe 11 II gilt die Kurssequenz „Europäische Revolutionen“, die die Zeitfelder frühe Neuzeit (Bauernkriege und Französische Revolution) und das im Anforderungsprofil des Zentralabiturs fehlende Thema Russische Revolution abdeckt. Der ursprüngliche Teil der Deutschen Revolution von 1848/49 fällt jetzt in das Halbjahr 12 I.
Für die Jahrgangsstufe 13 des Abiturjahrgangs 2008 gelten die Vorgaben laut den Vorgaben für die Abiturjahrgänge 2007 und 2008. Die von den Fachlehrern ausgewählten Themen entsprechen den Vorgaben. Als Beispiel für die Nationalstaatenbildung sollte Italien gewählt werden. Für die Jahrgangsstufe 12 (Abiturjahrgang 2009) gelten die Vorgaben für die Abiturjahrgänge 2009 und 2010. Die von den Fachlehrern ausgewählten Themen entsprechen den Vorgaben. Als europäisches Beispiel für die Nationalstaatenbildung sollte zur Vereinheitlichung Italien gewählt werden.
Fachliche Bezüge zum Medienkonzept
Eine tabellarische Übersicht über die Beiträge des Faches Geschichte zum Medienkonzept des Ratsgymnasiums Minden finden Sie hier.
Außerschulische Partner
Im Rahmen der Facharbeiten in der Sekundarstufe II werden im Fach Geschichte Jahr für Jahr viele Facharbeiten angefertigt werden.
Um z. B. einen Missbrauch des Internets zu verhindern, werden im Allgemeinen die von den Schülerinnen und Schülern vorgeschlagenen Themen auf die lokale oder regionale Ebene heruntergebrochen. Auf diese Weise kommt es automatisch zur Kooperation mit dem Kommunalarchiv Minden, dem Museum der Stadt, dem Archiv des Mindener Tageblatts, der Stadtbibliothek und dem Preußenmuseum. Insgesamt wurden bislang bei der Zusammenarbeit nur gute Erfahrungen gemacht. Alle Institutionen sind gerne bereit, Unterstützung und Hilfestellung zu leisten, wann immer sie bei der Recherchearbeit der Lehrkräfte wie auch der Schülerinnen und Schüler notwendig sind.
Mindener Museum
durchgeführt werden:
- themenorientierte Museumsführungen in den Zeitfeldern Mittelalter und 19. Jahrhundert
- themenorientierte Stadterkundungen mit den museumspädagogischen Mitarbeitern zu den Zeitfeldern Mittelalter, Industrialisierung, Architekturentwicklung und Nationalsozialismus
- Betreuung von Facharbeiten mit Themenschwerpunkten zur Mindener Stadtgeschichte
- durchgeführt wurde ein Planspiel zur Lebenswelt einer mittelalterlichen Kaufmannsfamilie
Kommunalarchiv
durchgeführt werden:
- Führungen durch die Sammlungen (Karten, Zeitungen, Urkunden und Dokumente) zur Kommunalgeschichte aus allen Zeitfeldern – vor allem aber zum Nationalsozialismus
- Betreuung von Facharbeiten sowie Referaten in der Sekundarstufe II
- Teilnahme an Vorträgen aus Veranstaltungsreihen, die vom Mindener Geschichtsverein und dem Kommunalarchiv organisiert werden
Preußenmuseum
durchgeführt werden:
- Führungen vor allem zur Entwicklung Preußens im 18. und 19. Jahrhundert
- Betreuung von Facharbeiten und Referaten
Industriemuseum Glashütte Gernheim
- Führungen zur Industrialisierung und Entwicklung der Arbeiterschaft
- Betreuung bei Projekten zur Glasproduktion
Mindener Tageblatt/Fa. Bruns
- Betreuung von Facharbeiten durch Zurverfügungstellung des Zeitungsarchivs zu zeitgeschichtlichen Themen.
Zusammenarbeit mit dem historischen Museum Bielefeld sowie dem Museum Wäschefabrik zur Industriegeschichte
Projekte
Bis zum Schuljahr 2005/06 wurde in der Jahrgangsstufe 10 eine Bergen-Belsen-Fahrt durchgeführt. Diese wurde ab dem Schuljahr 2006/07 durch einen Besuch einer NS-Gedenkstätte in der Nähe Berlins (Oranienburg oder Ravensbrück) sowie von Plötzensee im Zusammenhang mit der Berlin-Fahrt der Jahrgangsstufe 11 ersetzt.
Ebenfalls im Zusammenhang mit der Berlin-Fahrt werden historische Schwerpunkte mit dem Besuch des Jüdischen Museums und/oder der DDR-Gedenkstätte Hohenschönhausen gesetzt.
