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Ruft SIS bei SOS: Sich Tipps von Senioren holen

Schulprojekt soll Konflikte vermeiden

Minden (zt). Die "Seniorpartners in School" (kurz: SiS) helfen Schülern an öffentlichen Schulen mit ihren Problemen und Konflikten umzugehen oder diese zu vermeiden.

Von Anna Brese, Bianca de Jonckheere und Marcel Kurz, Ratsgymnasium, 8a

Der Gedanke der SiS stammt aus Amerika, in Berlin wurde dann von Professor Baltes beschlossen, dass dieses Projekt auch an deutschen Schulen eingeführt werden soll. Einmal die Woche kommen die 45- bis 65-Jährigen an die jeweilige Schule und sind den ganzen Vormittag für die Schüler da, um mit ihnen intensiv über ihre Probleme zu reden.
Jeder Schüler darf in der Pause, aber auch während der Unterrichtszeit zur SiS kommen und dort mit den ausgebildeten Senioren sprechen. In Minden gibt es die SiS bis jetzt nur am Ratsgymnasium, an der Käthe-Kollwitz-Realschule und an der Freiherr-von-Vincke-Schule.

"Zu Beginn unserer Tätigkeit hier kamen sehr viele Schüler, jetzt hat sich das Ganze etwas beruhigt. Im ersten Halbjahr hatten wir 150 Schüler, denen wir helfen konnten und im zweiten 75", berichtet Marie-Luise Grunwald, eine der Senioren am Ratsgymnasium. Ihr Partner Hans-Jürgen Bölk fügt hinzu: "Es erfüllt mich einfach, wenn wir den Schülern helfen können, dies war auch der Hauptgrund, weshalb ich die Ausbildung hierzu abgeschlossen habe."
Die Senioren ermutigen die Schüler und geben ihnen auch manchmal nützliche Tipps. Am wichtigsten ist aber, dass sie den Kindern und Jugendlichen zuhören, da die meisten keinen richtigen Ansprechpartner haben, bei dem sie sich aussprechen können.
So kommen die Schüler auch oft während des Gespräches auf eigene Ideen und Lösungen. Die Senioren wollen mit diesem Projekt vor allem die Schüler dazu zu ermutigen, selbst nach Lösungen Ausschau zu halten, damit sie sich in Zukunft bei ähnlichen Situationen nicht in Verlegenheit bringen lassen, sondern gleich Streit vermeiden.

Es wird auch mit viel Kreativität gearbeitet

Alles, was den Senioren anvertraut wird, wird streng vertraulich behandelt. Zur Verstärkung der Anonymität lässt sich die SiS auch immer nur die Vornamen der Schüler geben. Nicht nur mit Psychologie, sondern auch mit Kreativität arbeiten die Senioren.
Beispielsweise wurde bei einem etwas heftigeren Streit zwischen zwei Schülern schon mal ein Vertrag ausgehandelt, den beide unterzeichneten. Beide waren dazu verpflichtet, den anderen nicht mehr zu beleidigen, sondern zu respektieren. Dies war letztlich auch erfolgreich.