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Ratsschüler besuchen mit den spanischen Gästen die Gedenkstätte Bergen-Belsen

Besuch der Gedenkstätte des ehemaligen Kzs Bergen-Belsen am 19.5.2011 durch die Klasse 9b des Ratsgymnasiums und der spanischen Austauschschüler

 

Das KZ Bergen-Belsen, der dazugehörige Park mit den Massengräbern und dem Museum ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Der Tag begann mit einer Einführung in englischer Sprache für uns und unsere spanischen Gastschüler, über das KZ, das zuerst für Homosexuelle, Kriegsgefangene und Aufständige gedacht war. Vor unserem Führer befand sich eine Glasvitrine, in der man den genauen Aufbau des Camps verfolgen konnte.

Im laufe des Tages besuchten wir auch einen Deportationswagon, der mit 40 Leuten schon mehr als gut gefüllt war.

Auf dem Boden befanden sich kleine, viereckige Quadrate, dicht aneinandergereiht, die uns das Gefühl vermittelten sollten, wie wenig Platz die Deportierten hatten.

Allein mit 10 Leuten auf die 10 Quadrate verteilt, war es unmenschlich eng, und der Platz reichte nur maximal für eine Sitzposition.

Im Museum befanden sich Akten, Akten von Kriegsgefangenen, vorwiegend aus Russland.

Die meisten starben an einer Lungenkrankheit. Es ist grausam zu sehen, welche Zustände in diesem Camp geherrscht sein müssen, dass etwa ¾ der Gefangenen an derselben Krankheit sterben mussten.

In dem Museum befanden sich auch Filme, in denen Befreute aus dem Camp über ihre Zeit berichteten. Man fand außerdem Hefter vor, die man durchblättern konnte, die den genauen Lebenslauf einiger Überlebenden dokumentierten.

Das ganze Museum war schwarz, es war stets still in den Räumen. Es herrschte einen drückende, traurige Atmosphäre, was die Überbleibsel der Verstorbenen nur nioch verstärkten. Man fand genähte Kleider, sowie gemalte Bilder, als auch Gehäkeltes vor.

Es vermittelte jedem von uns noch lebendigere Bilder der toten, die für uns anfangs nur Zahlen waren. Jetzt bekamen sie allesamt Gesichter.

 

Der Park, in dem die Massengräber lagen, war lang und ohne jegliche Bepflanzung.

Ein Stück bevor wir diesen erreichten, fanden wir eine Entlausungsstätte vor.

Die letzten Gebäudereste waren dort eingezäunt, und auf dessen Mauern lagen Steine.

Steine aus einer Zeit voller Blut und Leid. Es ist schwer sich auszumachen, dass nahe diesem Ort tausende tote liegen.

 

Als wir den Park erreichten, erstreckte sich ein großer, langer Weg vor uns.

Alle 100m befand sich ein Massengrab mit einem schlichten Schild mit der Tortenzahl.

Nur wenige Meter unter diesem Berg lagen tausende getötete Seelen, Menschen, die hätten wir sein können. Für mich ist es unfassbar, nahe an diesem Berg zu stehen.

 

Auf diesen Gräbern befanden sich Rosen, stets eine rote und eine weiße, viele Steine und Schleifen. Selbst auf den eingravierten, ein paar Zentimeter vorragenden Gravierungen lagen kleinste Steine. Dieses wiederholte sich bei jedem Grab. Die Zahlen waren unfassbar, sie reichten von 500 bis etwa 5000 Toten.

Ich möchte nicht daran denken, wie viele Kinder dort unter der Erde sterben mussten.

 

Der schönste als auch tragischste Raum an diesem Tag ist der sogenannte „Raum der Stille“.

Ein hell gehaltener Raum inmitten des Parks, in dem einige stählerne Sitze stehen, in dessen Vordergrund ein Tisch steht. Wieder ein Tisch voller Steine – und Briefen.

Hier findet man Zettel, sogar einen Kassenbon, auf dem Menschen aus aller Welt, unter ihnen auch spanische Menschen und Engländer, ihr Beileid bekunden. Einige Briefe sind auch von Kindern.

Man findet auf diesem Tisch auch Geld, einige Pfennige liegen zwischen den Briefen.

Ich traue mich nicht, einige Briefe anzufassen und aufzumachen, die verdeckt auf diesem Tisch liegen.

Ich habe das Gefühl, dass es mir nicht zusteht, diese anzufassen, aufzumachen und zu lesen.

In diesem Raum ist es still, als schwebe eine Wolke von Trauer über uns, dessen wir uns während des ganzen Ausflugs bewusst sind.

 

Erwähnenswert ist auch die Wand, die im Zentrum des Parks liegt. Es ist eine etwa 50m lange Wand, in der auf verschiedenen Sprachen Widmungen eingraviert sind. Auch hier findet man die Steine wieder. Auf den Platten am Erdboden, auf denen ebenfalls Widmungen an die Opfer stehen, liegen wieder Rosen und Schleifen, als auch die Steine. Im Zentrum des Platzes, wo die Wand steht, befindet sich ein Obelisk. Davor liegen 2 Kränze.

 

Dieser Tag hat mir, und sicher auch einigen anderen, gezeigt, wie wichtig dieses Thema ist.

Es ist allgegenwärtig, und jeder von uns sollte sich damit auseinandersetzen.

Es ist Teil unserer Geschichte, das für jeden von uns wissenswert ist.

Mit diesem Tag habe ich noch einmal mehr die Trauer gespürt, die in diesem Thema verankert ist.

 

Caroline Vetter Klasse 9b