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Poetry Slam - eine Literatur"schlacht" - am Rats

Vom Leid der Eier und der Sinnfindung mit Alexander Hold

„Ich liebe den Geruch von Napalm am Morgen.“ Klingt verrückt? Ist es auch. Aber in dem ersten Poetry Slam des Ratsgymnasiums waren solche ungewöhnlichen Sätze keine Seltenheit. Unter freiem Himmel traten acht Kandidaten an, um sich den Titel des Königs der Wortakrobaten zu verdienen.

Eine kleine Bühne, zwei Lautsprecher, Stühle und Bänke auf dem Schulhof. Die perfekte Location für ein unkonventionelles Ereignis: ein Poetry Slam, veranstaltet vom Literaturkurs der Stufe 12. Am Freitag, dem 1. Juli, galt es für die Wettbewerbsteilnehmer zu beweisen, wer der kreativste Schreiber an der Schule ist.

Dabei spielt der Ort des Wettbewerbs eine wichtige Rolle. „Ich wollte eine Freiluftveranstaltung machen“, sagte Ariane Reiber, die Lehrerin und Verantwortliche. „Eine Veranstaltung in der Aula passt nicht zum einem Poetry Slam, außerdem ist draußen die Stimmung besser.“

Dieser Kunst wurde am Rats bisher wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Das wollte Ariane Reiber ändern: „Schreiben sollte als Kunstform anerkannt werden.“

Poetry Slam kommt aus Amerika und ist eigentlich nichts anderes, als ein Dichterwettstreit. Verschiedene Autoren tragen ihre selbstgeschriebenen Texte einem Publikum vor – danach wird entschieden, wer gewonnen hat, in diesem Fall mit Klatschen.

Nachdem Leon Stanko (16) mit seinem Gedicht über die Schönheit der Natur und Tasja Demel (18) mit einer Kurzgeschichte über die Emanzipation von Büchern außerhalb der Wertung angetreten waren, ging es ans Eingemachte. In zwei Gruppen á drei Teilnehmern traten dann André Henschel (19), Sassette Winkelmann (18), Carolin Lüders (18), Melanie Vieker (18), Nele Vauth (18) und Resa Guth (17) gegeneinander an. Besonders Slamneuling Resa war nervös, hatte sie schließlich noch nie an so einem Wettbewerb teilgenommen. Außerdem war sie die Einzige, die nicht aus dem Literaturkurs stammte: „Ich habe den Aushang in der Schule gesehen und dachte, es wäre eine gute Idee, mitzumachen. Dass ich aber die Einzige aus der EF bin, hätte ich nicht gedacht.“
Auf der Bühne war dann aber von Aufregung keine Spur mehr: Sie begeisterte das Publikum mit ihrem Gedicht über das Erwachsenwerden. Im Finale verlor sie nur knapp gegen André mit seinem Text über das Aufwachen nach einer durchzechten Nacht.

Nach dem Slam zeigte sich der frisch gebackene Gewinner überrascht: „Ich kann gar nicht glauben, dass ich gewonnen habe. Was Resa da rausgehauen hat, unglaublich!“

Die ungefähr 50 Zuschauer bekamen einiges an Themen geboten: neben sehr Aktuellem wie dem Brand bei Tönsmeier, dem Erwachen eines Gartens nach dem Winter über fünf Dinge, die man lieber doch nicht tun sollte, war alles Mögliche und Unmögliche dabei. Moderiert wurde der Slam von Phil Klose und Esra Ucar, ebenfalls Schüler der Jahrgangsstufe 12.

Das Publikum, unter dem sich ebenfalls viele Slamneulinge befanden, honorierte jeden Auftritt mit großem Applaus. Am Ende war es restlos begeistert. Die stellvertretende Schulleiterin Cordula Küppers befand den Poetry Slam sogar als „hammermäßig“ und sah die Geburt eines neuen Profils des Ratsgymnasiums. Für das nächste Mal wurden auch schon neue Ideen gefunden. Für die Schüler im Publikum ganz klar: „Nächstes Jahr auch ein Lehrer Poetry Slam!“

 

Tasja Demel, Jahrgangsstufe 12

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