Tanz-Vernissage am Ratsgymnasium
Zum Abschluss des ersten Schulhalbjahres fand in der Aula des Ratsgymnasiums eine gelungene Präsentation der Arbeitsergebnisse im Bereich Tanz und Kunst statt.
Eröffnet wurde der bewegte Abend durch zwei Präsentationen der Tanz-AGs der Klassen 5 und 7, die unter der Anleitung von Schülerinnen der höheren Jahrgangsstufen zwei Stücke auf der Bühne präsentierten. Ein bunt gemischtes Programm erfreute die Zuschauer in der bis auf den letzten Platz besetzten Aula der Schule. Die Klassen 6 und 7 zeigten Tanzstücke aus den Bereichen „Break dance“ und „Hip Hop“. Erste Erfahrungen im klassischen Ballet konnten einige Schülerinnen der Klassen 5 bis 9 in zwei Kursen des „Campus Ratsgymnasium“ sammeln, die in Kooperation mit der Ballettschule Voges angeboten werden konnten. Traumhaft leicht tanzten die jungen Künstlerinnen das Stück „Erinnerungen“.
Sehr poetisch interpretierten die älteren Schülerinnen „la Valse d’Amelie“. Die ersten Schritte der Schülerinnen in diesem Tanzstil wurden mit kräftigem Applaus belohnt. Diese Form der Kooperation mit außerschulischen Partnern lässt Schule auf ganz besondere Weise lebendig werden. Petra Nottmeier unterrichtete mit viel Geduld und Engagement die jungen Tänzer und Tänzerinnen sowohl im Rahmen des regulären Sportunterrichts als auch im Rahmen der Nachtmittagsbetreuung.
Ein besonderer Höhepunkt bot sich dem Publikum als Schülerinnen des Tanzprojektes 13 das Triadische Ballett nach Oskar Schlemmer präsentierten. In großen Kostümen betraten die Schülerinnen die Bühne über einen Laufsteg. Diese beeindruckenden Kostüme wurden unter der Leitung von Gabriele Schlüter Boström im Kunst-Musik Differenzierungskurs der Klassen 9 entworfen und in Zusammenarbeit mit dem Künstler Manfred Schnell gebaut.
Das Triadische Ballett ist ein experimentelles Ballett von Oskar Schlemmer. Es entstand Anfang der 1920er Jahre am Bauhaus in Weimar und wurde am 30. September 1922 in Stuttgart erstmals aufgeführt. Schlemmer beschäftigte sich mit der korrespondierenden Beziehung zwischen Figur und Raum. Da er die Fixierung der Bewegungen in plastischen Werken als einschränkend empfand, wählte er damals den Tanz als darstellerische Alternative. In Anlehnung an die damalige Form der Aufführung erarbeiteten die Schülerinnen des Tanzprojektes der Jahrgangsstufe 13 unter der Anleitung von Anne Buchalle eine beeindruckende Präsentation. Das Triadische Ballett ist in erster Linie durch die Gestaltung seiner Figuren, durch die Kostüme gekennzeichnet und einmalig.
Die einfache, klare Gestaltung der Figuren unter Verwendung geometrischer Formen wurde durch klare Bewegungen gelungen zur Geltung gebracht.
Abgerundet wurde der Abend durch eine Modenschau der Klassen 6, die im Wahlfach Kunst angeleitet durch Frau Schlüter Boström und Frau Helms Modellkleider aus Mülltüten entwarfen und fertigten. Stolz präsentierten die jungen Modeschöpferinnen ihre eigenen Kreationen auf dem Laufsteg. Der wohlverdiente Beifall belohnte alle Aktiven für ihre intensive Arbeit und es ist zu hoffen, dass die gezeigten Kostüme der Mindener Öffentlichkeit noch einmal vorgeführt werden. Hoffentlich bietet sich hier im Rahmen der langen Nacht der Kultur 2010 eine Möglichkeit.
Cordula Küppers
