Sozialpraktikum
Im Schuljahr 2006/2007 wurde am Ratsgymnasium zum ersten Mal für alle Schülerinnen und Schüler der neunten Jahrgangsstufe ein Sozialpraktikum projektiert. Durch einen Schulkonferenzbeschluss ist das Projekt zu Beginn des Schuljahres 2007/2008 zu einem festen Bestandteil des Schulprogramms am Ratsgymnasium geworden. Das Sozialpraktikum soll nun regelmäßig fortgeführt werden.
Ziel des Sozialpraktikums ist es, den Schülerinnen und Schülern Einblicke in die Lebenswelt und –bedingungen von Menschen zu geben, die sie in ihrem Alltag oft nicht oder nur am Rande wahrnehmen. Das Sozialpraktikum kann in besonderer Weise die Bereitschaft der Schülerinnen und Schüler fördern und entwickeln, soziale Verantwortung gegenüber anderen Menschen zu übernehmen. Damit wird ein wichtiges schulisches Lernziel bewusst gemacht und in den Mittelpunkt schulischen Lernens gerückt. Die Schülerinnen und Schüler „lernen sozial verantwortlich zu urteilen, zu entscheiden und zu handeln“ (Richtlinien des Landes NRW für die Sekundarstufe I).
Jeweils im zweiten Halbjahr des Schuljahres haben die Schülerinnen und Schüler im Zeitraum vom 1. März bis zum 31. Mai Gelegenheit, im Umfang von 24 Arbeitsstunden in einer sozialen Einrichtung tätig zu sein. Altenheime, Kindergärten und Kindertagesstätten, Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, Ganztagsschulen und Kirchengemeinden in Minden stellen dem Ratsgymnasium Praktikumsplätze zur Verfügung. An einem Einführungstag zum Sozialpraktikum im letzten Drittel des ersten Schulhalbjahres werden Vertreter verschiedener Einrichtungen in unsere Schule eingeladen, um den Schülerinnen und Schülern ihre Einrichtungen und Arbeitsschwerpunkte vorzustellen. Im Anschluss an diesen Vorstellungstag, der den Schülerinnen und Schüler zur Orientierung dient, bewerben sich die Schülerinnen und Schüler an einer Einrichtung und sprechen ihren Tätigkeitsbereich und ihre Arbeitszeiten mit deren Vertretern ab. Das Praktikum wird im Unterricht durch Reflexionsstunden begleitet. Zusätzlich schreiben die Schülerinnen und Schüler ein Tagebuch, in dem sie ihre Eindrücke festhalten und ihre Erfahrungen reflektieren.
Die Resonanz auf das Sozialpraktikum ist bei der überwiegenden Zahl der Schülerinnen und Schüler positiv. Sehr viele Praktikanten haben die hilfsbereite und freundliche Aufnahme in den Einrichtungen und ihre Freude an den übernommenen Aufgaben hervorgehoben.
Auch die Vertreterinnen und Vertreter der Einrichtungen haben eine sehr positive Rückmeldung gegeben. Die meisten Schülerinnen und Schüler wurden als Bereicherung und Unterstützung empfunden. In einigen Einrichtungen konnten mit Hilfe der Praktikantinnen und Praktikanten neue Projekte begonnen werden.
