Notebook Projekt
Das Notebook-Projekt
Neue Medien, Computertechnik, Internet, Datennetze und Multimedia sind Schlagworte, die in der Schule seit Jahren zunehmend an Bedeutung gewinnen und neue Herausforderungen für die pädagogische Arbeit darstellen. Sie sind aus der Zukunft unserer Kinder nicht mehr wegzudenken.
Das Ratsgymnasium Minden hat sich daher zum Ziel gesetzt, die Förderung der Medienkompetenz aller Schülerinnen und Schüler zum festen Bestandteil von Unterricht zu machen. Ein Angebot in diesem Rahmen stellt das Notebookprojekt dar.
Am Ratsgymnasium wird seit dem Jahr 2001 ein Teil der Klassen in der Stufe 7 als Notebookklassen eingerichtet, in denen jeder Schüler über ein eigenes Notebook verfügt. Dieses wird im normalen Unterricht eingesetzt, wann immer es einen sinnvollen Beitrag zur Verbesserung der Arbeit leisten kann. Das Notebookprojekt umfasst momentan die Klassen 7 bis 10.
Die Anschaffung der Notebooks[1] wird zentral von Seiten der Schule organisiert, die Finanzierung übernehmen die Eltern[2].
Mit dem Notebookprojekt werden die unterrichtlichen Möglichkeiten erweitert und die Attraktivität vieler Unterrichtsinhalte erhöht, Schüler berichten von größerer Motivation, mehr Eigeninitiative und selbstständigerem Arbeiten. Zudem wird gegenseitiges Helfen häufiger beobachtet. In vielen Fächern ist der Einsatz von aktuellem, authentischem Material einfacher möglich und den Neigungen und den individuellen Interessen von Schülern kann verstärkt nachgekommen werden. Zudem dient das Projekt der Vorbereitung auf digitale Arbeitsplätze in Ausbildung, Studium und Beruf.
Unterricht mit Notebooks
Der Einsatz des Computers darf kein Selbstzweck sein, sondern muss die unterrichtlichen Möglichkeiten erweitern. Das Notebook ersetzt nicht die traditionellen Medien, wie Buch und Heft, sondern kommt als Arbeitsmittel hinzu. Daher wird es auch nicht in jeder Stunde genutzt. Der Einsatz variiert je nach Fach und Thema.
Die Schüler sollen im Unterricht sowohl verschiedene Medien nutzen und bewerten als auch Medienbeiträge selbst erstellen. Sinnvoll erscheinen nach bisheriger Erfahrung das Bearbeiten von digitalen Arbeitsblättern sowie die Nutzung von Textverarbeitung und Tabellenkalkulation. Zur Informationsbeschaffung dienen Internet und lokal gespeicherte Lexika und Kartenmaterialien. Grafiken, Mindmaps und andere Hilfsmittel werden genutzt, um eigene Arbeiten zu veranschaulichen und zur Präsentation vorzubereiten. Die Präsentation erfolgt in Form von Vorträgen, die meist durch PowerPoint-Folien oder oder selbst erstellten Webseiten unterstützt werden.
Auch fachspezifische Software (z. B. Dynageo, Derive, Mediothek Biologie, ForteFree, NotePad, Cubasis Go, ...) wird eingesetzt.
Lehrplan
Die inhaltsbezogenen Komponenten der Lehrpläne behalten selbstredend auch für Notebookklassen Ihre Gültigkeit. Hinsichtlich der methodischen Anforderungen haben die Schülerinnen und Schüler der Notebookklassen besonders gute Bedingungen, Kompetenzen zu erwerben.
Medienkompetenz
Schüler müssen zunehmend in die Lage versetzt werden, die inzwischen unüberschaubare Informationsflut zu bewältigen und die faszinierenden neuen Möglichkeiten für sich sinnvoll zu nutzen. Der Umgang mit Computer und Internet schließt eine Medienkritik, d.h. eine genaue Analyse der Chancen und Risiken, ein. (vgl. auch Punkt Medienkonzept (Link/Hinweis auf Kapitel)
Selbstständiges Lernen der Schüler
Traditionelle Unterrichtsformen stoßen immer öfter an ihre Grenzen. Um den späteren Anforderungen in Ausbildung, Studium und Beruf genügen zu können, müssen die Schülerinnen und Schüler frühzeitig lernen, sich selbstständig Informationen zu beschaffen, sie zu bearbeiten und Ergebnisse angemessen zu präsentieren. All diesen Erfordernissen kann man durch den Einsatz des Notebooks besonders gut gerecht werden.
Kommunikationsfähigkeit und Teamarbeit
Durch die individuelle Benutzung des Notebooks wird die Kommunikationsfähigkeit deutlich verbessert. Schülerinnen und Schüler tauschen sich mehr über ihre Arbeitsergebnisse aus als in konventionellem Unterricht. Auslöser ist z.B. die einfachere Präsentation und die somit leichtere Verfügbarmachung der Unterrichtsgegenstände für andere. Zudem erfordert der zunehmend in Unterrichtsprojekten organisierte Unterricht, dessen Ziel ein fertiggestelltes Produkt ist, eine intensive Zusammenarbeit und gegenseitige Hilfe innerhalb von Schülergruppen.
Binnendifferenzierung
Bei Benutzung von Unterrichtssoftware oder beim Erstellen eigener Dokumente ist eine Differenzierung des Lerntempos automatisch möglich. Stärkere wie Schwächere werden gleichermaßen gefördert. Die Schwächeren können das bereits bearbeitete Material wiederholen und üben, zudem haben sie leichter Zugang zu Zusatzmaterial. Die Stärkeren haben außerdem leicht Gelegenheit, über das Ziel hinausgehende Leistungen zu erbringen.
Unterricht mit Neuen Medien für die Klassen ohne Notebooks
Selbstverständlich wird auch in den Klassen ohne Notebooks der Computer im Unterricht eingesetzt. Das Ratsgymnasium verfügt über drei Computerräume, die von allen Klassen für bestimmte Unterrichtsphasen genutzt werden können. Zusätzlich stehen den Schülern der Oberstufe Computerarbeitsplätze im Stillarbeitsraum zur Verfügung.
Grundkenntnisse im Umgang mit dem Computer werden allen Schülerinnen und Schülern des Ratsgymnasiums vermittelt, unabhängig von der Teilnahme am Notebookprojekt.
Laut Beschluss von Lehrer- und Schulkonferenz ist die Nutzung der Notebooks in der Sekun-darstufe II nicht obligatorisch.
[1] Die Geräte werden klassenweise in Abstimmung mit den Eltern angeschafft. Die Anschaffungskosten von aktuell 550€ umfassen: ein unterrichtsgeeignetes, stabiles Notebook als Gebrauchtgerät, Garantieverlängerung, Zugang zu Lernnetz und Internet (über gesicherte Funkverbindung), Betriebssystem, Unterrichtssoftware, persönliches Schließfach, Benutzung des Klassenraum-Druckers, Wartung der Software, Unterstützung bei Hardwareproblemen. Alternativ ist die Anschaffung eines teurerer fabrikneuen Notebooks mit quasi vollständigem Versicherungsschutz möglich.
[2] Die Sparkasse Minden-Lübbecke bietet als Kooperationspartner der Schule interessierten Eltern ein mit dem Ratsgymnasium abgesprochenes günstiges Kredit-Angebot.
