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Pädagogisches Konzept und individuelle Förderung

Der Unterricht im Ganztag sollte so weit wie möglich in Doppelstunden erteilt werden. Diese Rhythmisierung führt zu einer Beruhigung des Schulalltags. Durch die Reduzierung der Fächer wird zu häufiger Fachwechsel vermieden, das Gewicht der Schultaschen verringert sich und das selbsttätige Lernen kann intensiviert werden.

Ein Grundgedanke bei der Ausgestaltung des Ganztags ist es, Schüler/innen, die zu Hause keine oder nur wenig Förderung erfahren, in der Schule das Lernen und Arbeiten zu ermöglichen. Aus diesem Grund wird viermal in der Woche ein einstündiges Silentium eingerichtet, in der die Schüler/innen die Möglichkeit haben, ihre Hausaufgaben zu bearbeiten oder den Schulstoff durch weiterführende Übungen zu festigen. Betreut werden sie in diesen Stunden von den Fachlehrern der schriftlichen Fächer oder von ihren Klassenlehrern. So ist gewährleistet, dass sie eine qualifizierte Unterstützung bekommen. Den Lehrer/innen wird die Stunde voll auf ihre Unterrichtszeit angerechnet.

Das im Vormittagsbereich liegende Silentium ist eine Pflichtstunde für alle Schüler/innen, die Silentien im Nachmittagsbereich sind ein Angebot zur Hilfe und Förderung unter fachlicher Anleitung.

Gemäß den geltenden Erlassen werden die Hausaufgaben in das Ganztagskonzept integriert, sodass es möglichst keine Aufgaben mehr gibt, die zu Hause erledigt werden müssen. So werden an den Tagen mit obligatorischen Nachmittagsunterricht keine Hausaufgaben für den nächsten Tag gestellt, wenn sie nicht im Rahmen des Silentiums erledigt werden können.

Dieses Modell soll bis einschließlich Klasse 8 gelten. In Klasse 9 werden die Silentien dann auf zwei Stunden reduziert, da sich die Schüler/innen zunehmend an ein eigenständiges, nicht betreutes Arbeiten gewöhnen sollen.

Neben den Silentien erhalten alle Schüler/innen in den Jahrgängen 5 und 6 eine Förderstunde im Fach Deutsch. Diese ist so aufgebaut, dass die Schüler/innen in ihren Stärken und Schwächen gefördert werden können. In standardisierten Kursen werden den Schüler/innen Materialien und Aufgaben zu den Förderbereichen Rechtschreibung, Grammatik, Textverstehen und „Schreibwerkstatt“ in unterschiedlichen Anforderungsniveaus zur Verfügung gestellt. Die Förderschwerpunkte werden auf der Grundlage der Eingangstestauswertung zu Beginn des Schuljahres (Hamburger Schreibprobe), der Förderempfehlungen der Fachkollegen und auf der Basis von Schüler- und Elterngesprächen festgelegt. Durch dieses Verfahren und durch die individuelle Stoffauswahl werden die Schüler/innen zugleich im selbstständigen und eigenverantwortlichen Arbeiten geschult.

In Jahrgang 7 gibt es für alle Schüler/innen eine Förderstunde im Fach Englisch. Zusätzlich wird für schwache Schüler ein fakultativer Förderunterricht in den Fächern Mathematik und Latein bzw. Französisch angeboten, den diese Schüler/innen phasenweise besuchen können. Der Förderunterricht soll von leistungsstarken älteren Schülern (ab Klasse 10) unter Anleitung und Kontrolle von Fachlehren durchgeführt werden. Diese Schülertutoren werden von den Fachlehrern der 7. Klasse in ihre Aufgabe eingewiesen, protokollieren die Unterrichtsinhalte und reflektieren mit ihren Schülern den Lernfortschritt. Der Nachhilfeunterricht folgt in unterschiedlichen Sequenzen, die auf jeweils einen, klar zu definierenden Förderschwerpunkt ausgerichtet sind. Die Teilnahme an den Förderkursen ist für die Schüler/innen mit Förderbedarf verpflichtend.

Dieses Modell gilt auch für die Jahrgänge 8 und 9. Allerdings wechseln die Fächer, in denen obligatorisch oder fakultativ Förderangebote gemacht werden.

Der Stundenplan des Jahrgangs 5 enthält eine Klassenlehrerstunde, in der beide Klassenlehrer/innen Probleme der Klasse besprechen können, die aber auch zur Vertiefung der im Methodentraining erworbenen Arbeitstechniken der Schüler/innen dient.